Welches sind die technischen Besonderheiten an MeiCord opal?

 

Gibt es eine „gute“ und eine „schlechte“ Seite?

Für eine optimale Datenübertragung ist es das Ziel, die verdrillten Aderenden so nahe wie möglich an die Kontakte des Steckers zu legen, ohne dass das Kabel in seiner physikalischen Struktur grob verletzt wird.

Die markanten physikalischen Eigenschaften eines Datennetzwerkkabels sind zum einen, dass jedes Pärchen verdrillt ist und zum anderen die Paare zueinander in einer definierten Lage liegen. Der Aufbau und die symmetrischen Eigenschaften charakterisieren den Wellenwiderstand. Im Idealfall 100 Ohm. Der Kabelaufbau (unabhängig ob geschirmt oder ungeschirmt) wird durch nachfolgende Abbildung deutlich. Hineingeschaut liegt ein Pärchen oben, unten, rechts und links, wie in einem Fadenkreuz.

 

Dreht man beide Kabelenden so lange, dass beide Seiten das gleiche Farbpärchen, z. B. hier blau/weiß unten liegen, so liegt auch automatisch grün/weiß oben. In dieser Darstellung stellt man nun folgendes fest: An dem einen Kabelende liegt orange/weiß links und braun/weiß rechts und an dem anderen Kabelende braun/weiß links und orange/weiß rechts! Das heißt, zwei Paare liegen grundsätzlich spiegelverkehrt zueinander vergleicht man beide Kabelenden.

Der RJ45-Stecker mit zwei unterschiedlichen Kabelmanagern

Der RJ45-Stecker bestitzt 8 Kontakte für die Aufnahme der 4 Aderpärchen des LAN-Kabels. Die Pin-Belgung ist nach Norm definiert. Im Regelfall werden die farbigen Paare nach der amerikanischen Norm EIA/TIA 568 B aufgelegt. Die Pin-Belegung muss logischerweise, bei einer 1 zu 1 - Beschaltung, an beiden Kabelenden gleich sein.

Bei herkömmlichen Patchcords wird auf beiden Seiten immer der gleiche Stecker mit seiner definierten Aderführung verwendet. Durch die Feststellung, dass beide Kabelenden mit ihren Adern unterschiedlich am Stecker ankommen (siehe Seite zuvor "Paarvertauscher") müssen an einem Kabelende zwei Paare zwangsläufig miteinander gekreuzt werden. Nur so gelingt die geforderte 1 zu 1 Beschaltung. Die Kabelsymmetrie wird an den Kabelenden verletzt! Hieraus ergeben sich Impedanz-Änderungen. Durch diese Fehlanpassung kommt es nun zu ungewollten Signal-Reflexionen in der Datenübertragung. Somit gibt es bei diesen Patchcords (wahrscheinlich 98% des Marktes) eine gute und schlechte Seite.

 

Der bei dem MeiCord opal verwendete Stecker erschlägt die oben genannten Probleme. Denn hier hat jede Kabelseite seinen eigenen Kabelmanager. Dieser ist aufgebaut wie ein Kreuzelement mit 4 Kanälen: Die Paare werden entsprechend ihrer Lage aus dem Kabel kommend, problemlos zu den Kontakten geführt. Die Kabelsymmetrie bleibt auf beiden Seiten erhalten! Die Paare für die Pins 4 + 5 und 3 + 6 werden raffiniert, ohne sich direkt zu überkreuzen, an die Kontakte geführt.

Wenn sich Paare zu nahe kommen, droht das unerwünschte Übersprechen. Ein wichtiges Bewertungskriterium ist somit der Parameter Nahnebensprechdämfung (NEXT).

Der Knickschutz

Ein effizienter Knickschutz verhindert einen zu kleinen Biegeradius des Kabels. Die Entriegelungs-Verlängerung verhindert ein Abbrechen der Lasche. Zugleich erleichtert diese das Entriegeln aus der Buchse. Die geringe Breite der Bauform erlaubt hervorragendes Handling bei aktiven Komponenten mit hoher Portzahl.

Das Patchkabel

 

Wir verwenden bei dem MeiCord opal Kabel für die Leiter eine Litze mit dem Durchmesser AWG24/7. AWG 24 entspricht einem Querschnitt von 0,22 mm², die 7 steht für sieben Feindrähte. Häufig werden Patchkabel mit AWG 26/7 (0,14 mm²) oder gar AWG 27/7 (0,11 mm²) konfektioniert. Diese haben aufgrund des kleineren Querschnitts ein schlechteres Verhalten bei der Dämpfung. Die Toleranzgrenzen vom Kabel bezogen auf den Wellwiderstand sind bei MeiCord opal äußerst gering.

Wir empfehlen den Biegeradius des Kabels mit minimal 40 mm nicht zu unterschreiten.

Das Zusammenspiel aus Stecker und Patchkabel

Die Auswahl eines geeigneten Kabels mit sehr guten Werten und auch ein hervorragender Stecker sind kein Garant für ein gutes Zusammenspiel aus beiden. Es ist ein Geduldspiel bis die Komponenten unter Berücksichtigung vieler Parameter harmonisieren. Genau hier liegt aber die Problematik! Ein Kat.6-Stecker mit einem Kat.7-Kabel konfektioniert, ergeben in der Gesamtsumme nicht automatisch die Kategorie 6! Unsere vielen Stichproben untermauern diese Behauptung. Teilweise wird noch nicht einmal die Kat.5 eingehalten. Es sind nur sehr wenige Hersteller, die ihr Handwerk verstehen. Ein Qualitätsnachweis ist sicherlich das Messprotokoll, aber auch hier gilt sicher zu stellen, nach welcher Norm gemessen wurde. Unberücksichtigt bleiben hierbei immer die Parameter: Steckzyklen, Kontakthöhe, Zugentlastung, Knickschutz, Temperaturverhalten u.v.m.

Messprotokoll: Wo nach wird gemessen?

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Es gibt nur sehr wenige Anbieter am Markt, die ihre Patchcords inkl. Messprotokoll vertreiben! Hierbei sollte man strengstens darauf achten, dass das Stück Verbindungskabel nach der Komponentennorm der Kategorie 6 gemessen wird. Warum? Weil die Anforderungen (Grenzwerte) bei der Einzelkomponentenmessung wesentlich schärfer sind als bei anderen Messmodellen. Ein Beispiel: Es gibt das Messmodell Channel Link. Hierbei wird ein gesamtes System gemessen, welches aus einer Festinstallationsstrecke und mindestens zwei Patchcords besteht. Den größten Anteil des Messaufbaus macht hier die Installationsstrecke aus und nicht die Patchkabel. Zudem liegen die Grenzwerte des Channels deutlich unter denen der Komponentenmessung. Selbst Messungen bis 500 MHz im Channel beweisen definitiv keine Kat.6 nach der Komponentennorm. Am Rande sei hier erwähnt, dass die für 10 GBit/s zugrunde liegende Ka.6A (500 MHz) bei der Definition der Messbuchse noch nicht vollständig verabschiedet ist.

Wir von MeiCord lassen die konfektionierten Patchcords nach der amerikanischen TIA Komponentennorm mit Minimum 1 dB Reserve (Selektion) messen. Die TIA ist gegenüber der ISO- oder EN-Kat.6-Norm, je nach Frequenzbereich bis 250 MHz, beim NEXT 0,1 bis 0,4 dB schärfer. Ein individueller und kabelbezogener Ausdruck des Messprotokolls mit den wichtigen Parametern Next und Returnloss, bezogen auf das schlechteste Paar mit graphischer Darstellung, liegt jedem "MeiCord opal" bei.

Verpackung

So banal sich die Frage auch stellt. Einer jeder kennt das Öffnen von Blister-Verpackungen. Ohne Messer, Schere oder Cutter lassen sich die steifen Dinger nicht öffnen. Wir möchten verhindern, dass unsachgemäßes Öffnen das Kabel verletzt. Ein Druckschlussbeutel lässt gleich erkennen, wo sich das Kabel aufhält. Dieses wird mit zwei Klettverschlüssen oder gummiartigen Fäden gebündelt, die das Einschneiden in den Mantel verhindern. Als Vesandpackung greifen wir auf stabile Wellpappe mit ausgeprägtem Ecken- und Kantenschutz.

Ausblick

Wir werden uns verstärkt mit den noch jungfräulichen Messmethoden nach der neuen Kat.6A-Komponentennorm für Patchcords auseinander setzen. Wie sieht die Praxis hierzu aus? Geschirmt oder ungeschirmt bei HiFi? Hohe Next-Reserve = toller Klang? Fragen, die zu klären sind. Gehen Sie davon aus, dass wir diesen Dingen auf den Grund gehen werden.